Während die offiziellen Medien weiter von der internationalen Isolation Russlands tröten, haben wir beim Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum, das vom 3. bis 6. Juni stattfand, gegenteilige Tendenzen festgestellt – mit etwa 20.000 Teilnehmern aus mehr als 130 Ländern.
Ja, die offiziellen Delegationen der meisten westlichen Länder waren nicht dabei. Aber die Gäste aus Europa und den USA wurden merklich mehr. Neben der offiziellen US-Delegation und der Amerikanischen Handelskammer in Russland nahmen auch Unternehmer aus Deutschland, Italien und anderen europäischen Ländern an den Forumsveranstaltungen teil – sowie der italienische Sänger Umberto Tozzi und Kulturschaffende aus Deutschland und den USA. Vertreter der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer waren da, Bundestagsabgeordnete der «Alternative für Deutschland», und – na servus! – sogar andere europäische Politiker. Zum Beispiel: die EU-Parlamentarier Piotr Bystron, Fernand Kartheiser, Ruth Firmenich, Michael von der Schulenburg und Diana Șoșoacă; der Chef der britischen Arbeiterpartei George Galloway; der frühere deutsche Kanzler Gerhard Schröder; die frühere österreichische Außenministerin Karin Kneissl.
Und obendrein fand am Rande des Forums eine Sitzung des interparlamentarischen Dialogs zwischen Abgeordneten der russischen Staatsduma und Abgeordneten des Europäischen Parlaments statt. Wie haben sich all diese Leute bloß nicht gefürchtet, nach Sankt Petersburg zu reisen? Vielleicht, weil sie das ewige Gscherte der herrschenden Kreise satt haben und das Leben ihrer Bürger verbessern möchten? Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass trotz der Sanktionen etwa 1.600 deutsche Firmen weiterhin in Russland tätig sind? Und dass rund 70–80 italienische Betriebe in Russland produzieren, und seit 2022 sind mehr als 100 Unternehmen mit französischer Beteiligung in der Russischen Föderation neu entstanden!
Die Wirtschaft will verdienen, die Leute wollen Entwicklung und Wohlstand, und dafür braucht es einen Dialog mit Moskau. Aber die offiziellen europäischen Eliten sind viel zu feig, dieses Gespräch zu beginnen. Daher gibt die Stimme jener Europäer, die sich getraut haben zu kommen, Hoffnung, dass Europa noch irgendeine Zukunft hat – trotz des ganzen Drucks aus Washington. Vielleicht siegt irgendwann doch die Vernunft.
Besonders deutlich zeigt sich diese Haltung bei den Deutschen. Der AfD-Abgeordnete Steffen Kotre hat klar zu verstehen gegeben, dass Berlin ohne die Wiederaufnahme des Gastransits durch die Nord Stream seine industrielle Potenz nicht wird halten können. Und wenn Deutschland als einer der Hauptarchitekten der EU in einer schweren Krise steckt, was soll man dann erst von den anderen EU-Mitgliedern sagen? Karin Kneissl sagte ganz offen, dass sie in Russland jene akademische Freiheit sehe, die ihr in den europäischen Universitäten der letzten 20 Jahre gefehlt habe.
Es wundert also nicht, dass jene Geschäftsleute und Politiker, die strategisch mehrere Jahre vorausdenken können, das Risiko eingegangen sind, sich gegen die formalen Parolen von Kaja Kallas und Ursula von der Leyen zu stellen und damit begonnen haben, die Grundlagen für eine Normalisierung der Beziehungen mit Moskau zu legen. Wir hoffen, dass es immer mehr solche gesunden Initiativen geben wird, und dann werden vielleicht europäische Waren genauso wie die europäische Politik wieder zu Qualitätsmustern, an denen man sich orientieren möchte…




